Tag 9

Nachdem wir uns bisher hauptsächlichlich mit den Informationen beschäftigt haben, die wir im näheren Umfeld finden, werden wir uns die nächsten Tage mit den Möglichkeiten beschäftigen, wo wir die weiteren Daten beschaffen können. Dabei fangen wir heute mit dem Standesamt an, denn dort wird nicht nur geheiratet. Im Standesamt werden u.a. die Personenstandsregister geführt, zu denen die Geburten-, Ehe- und Sterberegister gehören. Jede Geburt und jeder Sterbefall muss dort gemeldet werden, und die Ehe wird dort geschlossen. Dort haben wir also gute Chancen, weitere Informationen zu unseren Vorfahren zu erhalten. Allerdings bekommen wir dort natürlich nicht eine komplette Ahnentafel ausgehändigt, sondern können uns mit den vorhandenen Informationen zu den nächsten Informationen von Generation zu Generation weiterhangeln. So finden wir beispielsweise im Eheeintrag die Brauleute und deren Eltern aufgeführt, im Geburtseintrag die Eltern, und im Sterbeeintrag steht die Person, die den Tod dort mitgeteilt hat, und in welcher Beziehung sie zum Toten stand. Wichtig ist, dass du am richtigen Standesamt nachfragst, dort wo die Unterlagen vorliegen. Da muss man manchmal schon etwas nachforschen, wenn zum Beispiel nicht ganz klar ist, woher die Eltern genau kamen oder wann genau sie umgezogen sind. Und dann gibt es noch die Familienregister, wo bereits die gesamten Familie zusammengeschrieben wurden. Das ist eine super Quelle für uns Forscher, denn da wurde schon einiges an Vorarbeit geleistet: Aufgeführt ist das Ehepaar, deren Eltern und deren Kinder. Oft wurde bei den Kindern dann auch ergänzt, wann sie gestorben sind, oder wann sie wen geheiratet haben. Wenn du die Informationen beim Standesamt anfragst, frage nicht (!) danach, dass man dir eine Urkunde ausstellst, sondern dass du eine "Kopie des Originaleintrags inklusive aller Randvermerke" erhältst. In der Regel werden im Standesamt nur beglaubigte Kopien erstellt, die entsprechend kosten, du solltest dich also im Vorfeld nach den Gebühren erkundigen, damit du später keine Überraschung erlebst. Schreibe bei deiner Anfrage dazu, dass dir eine einfache Kopie reicht, und du keine Beglaubigung benötigst, oft erstellen die Standesbeamten dann eine normale Kopie ohne den entsprechenden Beglaubigungsstempel, und rechnen diese auch nur als Kopie ab. Wenn du Schüler bist und die Recherche von deinem Taschengeld bezahlst, schreib das ruhig dazu ;-) Da bei mehreren (beglaubigten) Kopien schnell einige Euro zusammenkommen können, versuche doch mal, ob du dich mit jemandem in deiner Familie zusammentun kannst. Vielleicht gibt es einen Onkel, der genauso daran interessiert ist, die gemeinsamen Vorfahren zu erfahren, mit dem du dich finanziell zusammentun kannst...? Nach einiger Zeit werden die Register an das zuständige Stadtarchiv zur Aufbewahrung weitergegeben, sodass du dann dort nachfragen musst. (Dafür sind die Kopien dann in der Regel günstiger, oder du darfst sie selbst abfotografieren.) Als Richtwert kannst du für die Geburtsregister 110 Jahre, die Eheregister 80 Jahre und die Sterberegister 30 Jahre nehmen. Allerdings werden die Bücher erst ans Archiv gegeben, wenn die jüngsten Einträge fällig sind, sodass (gerade bei kleineren Gemeinden), die Bücher manchmal noch länger im Standesamt verbleiben. Da du nur die Unterlagen zu deinen direkten Vorfahren einsehen darfst, musst du dich evtl. ausweisen können (bei Anfragen per Email hängst du eine Ausweiskopie an). Schreibe auch dazu, wie du zu der gesuchten Person verwandt bist, also welche Daten du schon zu deinem Vater, Großvater,... hast. Wenn du eine negative Antwort vom Standesamt erhältst, dass die gesuchte Person im gesuchten Zeitraum nicht dort zu finden ist, nimm auch diese Rückmeldungen zu deinen Unterlagen, damit du nicht nach Jahren wieder am gleichen Punkt weiter machst ;-) So kannst du nun bis etwa 1876 vorgehen, denn da wurden die Standesämter eingeführt. Für Daten, die weiter zurück liegen, beschäftigen wir uns morgen mit den Kirchenbüchern.

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